Hallo zusammen, trotz eines Rundbriefes, der euch in den nächsten Tagen erreichen wird, möchte ich euch hier noch ein paar Worte schreiben. Im Moment befinde ich mit Chrissi in Conakry. Um uns schon einmal vom Dorf (Télimélé) an eine „Großstadt“ zu gewöhnen. Heute machten wir uns früh aus dem Haus, um zwei unserer Jugendlichen zu treffen. Geplant war ein kleiner Ausflug in eine kleine aber schöne Stadt außerhalb Conakry. Gott sei Dank fanden wir super schnell ein Taxi das uns an den besagten Ort bringen sollte. Leider trafen wir auf eine Straßensperre an der uns nicht ganz so freundliche Polizisten erwarteten. Wir dachten die Sache wäre durch unseren Chauffeur geregelt, der seine Papiere und Geld hinterließ. Falsch gedacht. Er verlangte auch unsere Papiere und unseren Gelbfiebernachweis (lächerlich). Die Jungs gaben sie bereitwillig und auch ich entschied mich nach einem kurzen zögern (man sagt wenn du den Pass gibst bekommst du ihn nicht ohne Geld zu geben wieder) ihm unsere Pässe zu geben. Ein großer, autoritärer, schon etwas ärgerlicher Polizist, ich sah mich in diesem Moment einfach verpflichtet sie ihm zu geben. Doch es lief wie befürchtet, hätten wir mal lieber auf das gehört was die Leute so sagen. Er steckte sich unsere Pässe ein und ging davon. Wir hinterher. Nach einer höflichen Aufforderung uns die Pässe wieder zu geben antwortet der Polizist:“ Das sind ausländische Pässe, ich benötige 40 000GNF um sie euch wieder zu geben“! Wir waren absolut nicht bereit ihm dies auszuhändigen weil wir wussten, dass dies eine glatte Lüge ist und er wahrscheinlich noch nicht gefrühstückt hat. Die Jungs versuchten ihr bestes um uns rauszuschlagen, doch der Polizist wurde aggressiv und lies nicht mit sich verhandeln. Er schrie uns an und wiederholte seine Forderung. Ich dachte nun würde er uns auf der Stelle hinter Gitter Sperren. Doch unsere Rettung nahte. Zwei nette Kollegen kamen uns zur Hilfe. Wir erklärten, dass wir im Land arbeiten und nur unsere Pässe wieder haben wollen. Darauf bekamen wir als Antwort: selbstverständlich das ist überhaupt keine Frage“! Somit war die Sache geklärt, wir bekamen unsere Pässe und konnten unsere Reise fortsetzten. Vielleicht muss man auch einmal so eine Erfahrung gemacht haben, ich war allerdings nur froh, dass es letztendlich so glimpflich abgelaufen ist und nur ein Paar Nerven gekostet hat. Ich hoffe dass, sich durch den Regierungswechsel auch in dieser Hinsicht etwas ändern kann. Der restliche Tag verlief wirklich super. Nach einer Besichtigung im einheimischen Krankenhaus, gab es zum Mittag Sardinen mit Brot und Mayonnaise (ja, man kann sich wirklich an viel gewöhnen und ist kaum mehr wählerisch). Danach durften wir die wunderbare Landschaft bestaunen. Ich hoffe ich kann euch diese durch die Bilder etwas näherbringen. Ja das sind so unsere Erlebnisse in Conakry. Es gäbe noch einige mehr zu erzählen, von der ersten Taxifahrt der Dörfler oder die Tatsache drei Garnituren Kleidung an einem Tag durch Regen und Matsch zu verdrecken. Ich grüße euch lieb aus Conakry, Hannah
„der schlafende Hund“
Beim Mittagessen…
Im Krankenhaus





