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Abenteuer Conakry

Hallo zusammen, trotz eines Rundbriefes, der euch in den nächsten Tagen erreichen wird, möchte ich euch hier noch ein paar Worte schreiben. Im Moment befinde ich mit Chrissi in Conakry. Um uns schon einmal vom Dorf (Télimélé) an eine „Großstadt“ zu gewöhnen. Heute machten wir uns früh aus dem Haus, um zwei unserer Jugendlichen zu treffen. Geplant war ein kleiner Ausflug in eine kleine aber schöne Stadt außerhalb Conakry. Gott sei Dank fanden wir super schnell ein Taxi das uns an den besagten Ort bringen sollte. Leider trafen wir auf eine Straßensperre an der uns nicht ganz so freundliche Polizisten erwarteten. Wir dachten die Sache wäre durch unseren Chauffeur geregelt, der seine Papiere und Geld hinterließ. Falsch gedacht. Er verlangte auch unsere Papiere und unseren Gelbfiebernachweis (lächerlich). Die Jungs gaben sie bereitwillig und auch ich entschied mich nach einem kurzen zögern (man sagt wenn du den Pass gibst bekommst du ihn nicht ohne Geld zu geben wieder) ihm unsere Pässe zu geben. Ein großer, autoritärer, schon etwas ärgerlicher Polizist, ich sah mich in diesem Moment einfach verpflichtet sie ihm zu geben. Doch es lief wie befürchtet, hätten wir mal lieber auf das gehört was die Leute so sagen. Er steckte sich unsere Pässe ein und ging davon. Wir hinterher. Nach einer höflichen Aufforderung uns die Pässe wieder zu geben antwortet der Polizist:“ Das sind ausländische Pässe, ich benötige 40 000GNF um sie euch wieder zu geben“! Wir waren absolut nicht bereit ihm dies auszuhändigen weil wir wussten, dass dies eine glatte Lüge ist und er wahrscheinlich noch nicht gefrühstückt hat. Die Jungs versuchten ihr bestes um uns rauszuschlagen, doch der Polizist wurde aggressiv und lies nicht mit sich verhandeln. Er schrie uns an und wiederholte seine Forderung. Ich dachte nun würde er uns auf der Stelle hinter Gitter Sperren. Doch unsere Rettung nahte. Zwei nette Kollegen kamen uns zur Hilfe. Wir erklärten, dass wir im Land arbeiten und nur unsere Pässe wieder haben wollen. Darauf bekamen wir als Antwort: selbstverständlich das ist überhaupt keine Frage“! Somit war die Sache geklärt, wir bekamen unsere Pässe und konnten unsere Reise fortsetzten. Vielleicht muss man auch einmal so eine Erfahrung gemacht haben, ich war allerdings nur froh, dass es letztendlich so glimpflich abgelaufen ist und nur ein Paar Nerven gekostet hat. Ich hoffe dass, sich durch den Regierungswechsel auch in dieser Hinsicht etwas ändern kann. Der restliche Tag verlief wirklich super. Nach einer Besichtigung im einheimischen Krankenhaus, gab es zum Mittag Sardinen mit Brot und Mayonnaise (ja, man kann sich wirklich an viel gewöhnen und ist kaum mehr wählerisch). Danach durften wir die wunderbare Landschaft bestaunen. Ich hoffe ich kann euch diese durch die Bilder etwas näherbringen. Ja das sind so unsere Erlebnisse in Conakry. Es gäbe noch einige mehr zu erzählen, von der ersten Taxifahrt der Dörfler oder die Tatsache drei Garnituren Kleidung an einem Tag durch Regen und Matsch zu verdrecken. Ich grüße euch lieb aus Conakry, Hannah 

„der schlafende Hund“

Beim Mittagessen…

Im Krankenhaus

Hallo zusammen,

es gibt Tage und Wochen da läuft alles super nach Plan, wie man es sich vorgestellt hat. Aber es gibt auch die anderen. Solche Tage hatten wir in der letzten Woche. So durften wir mal wieder die Erfahrung machen, dass wir unsere Pläne, nicht mit unsren Afrikanischen Freunden gemacht haben. Wenn das Geburtstagskind, dem man einen Kuchen gebacken hat, genau an dem Tag verreist oder die Marktfrauen sich ausgerechnet an dem Tag als wir Fonjo (vergleichbar mit Reis) kaufen möchten sich dafür entscheiden dies heute mal Zuhause zu lassen. Man muss ja schließlich ein wenig flexibel sein und den deutschen „Perfektionismus“ an den einen oder anderen Stellen ablegen. Weiter ging es damit, dass unsere Solarpanelen gestreikt haben und wir zwei ½ Tage ohne Strom verbracht haben, eine bekannte Familie ein Todesfall hatte und eine riesen Trauerfeier veranstaltet hat. Dabei waren etliche Fahrten, Gespräche und teilweise auch Nerven gefragt, doch für Chrissi und mich noch einmal ein Kulturelles Erlebnis. Weiter ging es damit, dass einer unserer Jugendlichen der Versuchung deutscher Kopfhörer nicht widerstehen konnte und sie kurzer Hand mitgehen hat lassen. Woraufhin wir unsere Androhung war werden lassen mussten und das Center drei Tage früher als gedacht geschlossen haben. Es gäbe da noch so manches zu berichten das nicht nach Plan lief doch nun genug mit den schlechten News, es gibt nämlich auch noch schöne. So durften wir Gestern unser Versprechen wahrmachen einmal mit den Jugendlichen eine kleine Reise zu machen. Es wurden zwei Taxis gemietet, Picknick vorbereitet… So ging es schon früh am Morgen los, mit dem Ziel Santou wo ein großer Wasserfall, Strand und vieles mehr auf uns wartete. Der Anfang lief leider nicht so wie gedacht. Der Chef über alle Taxis nutze die Gelegenheit Chrissi und mich alleine zu erwischen um uns noch mehr Geld als ausgemacht aus der Tasche zu ziehen. Nach einer halben Stunde hatte er uns soweit und wir gaben mehr oder weniger bereitwillig unsere letzten Guinea Francs. Nach dem dann das Taxi noch getankt hatte und eine etwas ärgerliche Hannah und Chrissi von den lieben Jungs beruhigt wurden konnte die Fahrt los gehen. Die meisten der Jugendlichen haben noch nicht viel von ihrem eigenen Land gesehen und so war schon die 1 ½ stündige Fahrt ein großes Ereignis. Wir hatten einen wunderschönen Nachmittag mit Sonne pur. Über Baden, Fußballspielen im Sand, Schlammschlachten, netten Gesprächen war alles dabei und die Stimmung war großartig. Ein wirklich gelungener Tag an dem jeder Spaß und Freude hatte und das ohne ein tropfen Regen.

PS: der Regen kam dann am späten Abend doch noch. So viel Wasser konnte mein Dach leider nicht standhalten und so regnete es in mein Zimmer. Doch glücklicherweise nicht über meinem Bett, so dass ich in Ruhe schlafen konnte.

Dieser Bericht ist schon etwas älter, es ging was schief beim schicken. Ist aber vielleicht trotzdem noch ganz spannend =). Viel Spaß damit, Grüße Hannah

Hallo zusammen,
das Highlight des Jahres: der Deutsche Botschafter auch Conakry macht sich auf den beschwerlichen Weg nach Télimélé. Schon die Vorbereitungen dafür waren besonders. Kaum wurden Bürgermeister und oberstes Gremium von Télimélé informiert wusste es die halbe Stadt. Es sollte einen großen Empfang geben mit allem drum und dran. Auch im Center wurden Vorbereitungen getroffen denn den ersten Besuch des Botschafters war im Center. Die Woche zuvor haben wir geputzt und geschrubbt was das zeug hält, das war auch wirklich dringend nötig. Alle packten mit an und so hatten wir sogar Freude am putzen. Am Montagmittag kam Herr Prinz mit Sekretärin und Chauffeur an. Im Center gab es ein Willkommenslied, Kaffe und Kuchen und eine kleine vorbereitete Rede von zwei unseren Jugendlichen. Mit immerhin zwei Sätzen auf Deutsch. Nach einer Stunde machten wir das Center zu und machten uns zu Fuß hinauf zu der Residenz des Bürgermeisters. Von dem großen Empfang von dem die Rede war, war leider nichts zu sehen. Keine Menschen Seele war vor Ort. Anfangs glaubten wir, naja das ist sicherlich die afrikanische Unpünktlichkeit doch nach einigen Minuten warten wurde uns klar, hier kreuzt heute keiner mehr auf. So machten wir einen kleinen Spaziergang. Spontan haben wir uns zu einem Besuch ins Gefängnis eingeladen, wenn es schon kein Empfang gibt und als Botschafter hat man so manche Freiheiten. Wirklich spannend einen Blick dort hinein geworfen zu haben. Von insgesamt 32 Gefangen, alle in einem Raum, wurden 29 verurteilt der Rest wartet wahrscheinlich bis zum Sanktnimmerleinstag darauf. Den Rest des Abends verbrachten wir mit guten Gesprächen über das Land Guinea und besonders über die politische Lage. Für uns war das wirklich super denn, als Hinterdörfler von einem Mann, der seine Informationen aus erster Hand hat, informiert zu werden ist sehr interessant. Am nächsten Morgen wurde der Empfang nachgeholt, allerdings in Kurzform. Es wurden einige Reden geschwungen und fleißig gegrüßt. Damit war der Besuch auch schon wieder vorbei und der Botschafter setzte seine Reise fort. Nun ist schon fast wieder Alltag eingekehrt, nur noch 5 Schweizer Besucher aus Gaual die uns beehren. Langweilig wird uns nicht, das wäre ja auch schade =).
Liebe Grüße von der Hannah

Hi Holger!

Gute Frage, nach der Blogadresse. Muss ich selbst erst mal fragen. Ist bei WordPress. Sie schickt es immer über zaki28vome – ist eventuell auch der Name, unter dem man das Blog findet.

Ein Bundespräsi muss doch dauernd herum reisen. Bleib lieber daheim… Mich will doch eh keiner. Vielleicht, wenn ich mal alt und weise bin (ja, ja, alt sind wir ja jetzt schon)

Grüße, Heiko

Wahlkampf!

Hallo zusammen,
unglaublich was so im guineischen Alltag alles passiert, manchmal habe ich das Gefühl zu viel um es wirklich verarbeiten zu können.
Doch im Moment ist das Motto, Wahlkampf. Das Land befindet sich in den Vorbereitungen für die überhaupt ersten Wahlen in Guinea. Die Präsidenten zuvor, haben sich selbst ernannt oder sich hoch geputscht. Schade ist, dass die Bevölkerung dadurch nicht wirklich vertraut mit ist Wahlen und auch nicht wirklich darauf vorbereitet wurde. Wenn man die Menschen fragt, wen sie wählen dann ist die Antwort doch fast immer die gleiche: ich wähle diesen weil er den gleichen Nachnamen trägt oder aus der gleichen Volksgruppe kommt.
Am Anfang gab es mehr als hundert Kandidaten, mittlerweile sind es noch 40 wovon 4, (so sagt man) in die engere Auswahl kommen. Im Moment, ziehen diese Präsidentschaftskadidaten durch das Land um ihre Campagnen zu machen. Das ist eigentlich echt lustig. Wir in Télimélé, durften die Anhänger eines Kadidaten erleben. Sie fuhren mit zwei Autos durch die Stadt. Eines voller Boxen und einer Musikanlage und das andere mit schreienden Menschen. Es wurde eigens für diesen Kandidaten ein wirklich kreatives Lied geschrieben, das eigentlich nur aus seinem Namen besteht. Alle Kinder der Stadt rennen dann hinter diesen Autos her. Irgendwann kommen sie zum stehen und preisen ihren Kandidaten an. Schon seid drei Tagen fahren sie nun die Stadt hoch und runter um Werbung zu machen. Für den heutigen Tag hat sich der Kandidat höchstpersönlich angemeldet, schon den ganzen Tag fahren Auto und Motorrad Züge durch die Stadt um die Menschen für dieses Ereignis in Stimmung zu bringen.
Doch hinter all dem steckt viel mehr. Es geht um die Zukunft Guineas. Durch eine neue, gewählte Regierung könnte sich doch einiges in diesem Land bewegen und das ist wirklich dringend nötig. Wir hoffen nun das beste, auch für eine stabile Lage, das die Anhänger der späteren Verlierer ruhig bleiben und das Guinea nicht einen weiteren Präsidenten in der Geschichte bekommt der nur seinen eigenen Vorteile in diesem Amt sieht.

Hallo ihr Lieben,
alles begann damit, dass Romys Uhr plötzlich verschwunden war. Wir stellten das ganze Haus auf den Kopf doch keine Uhr zu finden. Zwei Tage später lag plötzlich, als wir abends nach Hause kamen, das Band der Uhr in unserem Hof. Wir wunderten uns sehr wer das so platziert dort hinlegt und fanden leider keinerlei Annzeichen, das es unsere kleine, verspielte Hundedame war, weil die Bissspuren fehlten. Der Frust über die fehlende Uhr war verständlicher weiße sehr groß. Ein Tag später sind wir drei Frauen nichts ahnend in unseren Pavillon um Tischtennis zu spielen. Wir fanden dort auf der Platte Hunde Kacke und es war sofort klar die kann da nicht hingeflogen sein und von uns würde so etwas keiner machen. Wir säuberten die Platte und begannen zu spielen. Ein Ball flog zu weit über die Mauer ins freie. Ich schaute von innen wo er hingeflogen sein könnte und sehe im Augenwinkel einen schwarzen Kopf hinter der Strohmatte. Beim zweiten Mal hinschauen bin ich fast zu Tode erschrocken, tatsächlich da saß unser kleiner Nachbar. Romy die weitaus weniger erschrak- im Vergleich zu mir- schickte ihn sofort nach Hause. Am Ende blieb uns ehrlich gesagt nichts anderes als darüber zu lachen. War das Verschwinden der Uhr nun klar?
Am nächsten Tag fanden wir erneut Kacke auf der Platte und so langsam fühlte ich mich wirklich unwohl das hier ständig jemand in unserem Hof rumgeistert. Nochmals ein Tag später war morgens unser Tor mit Draht von außen verschlossen. Wir machten uns nun ernsthaft Gedanken was in diesem Jungen vorging und er mit seinen Aktionen bei uns bewirken möchte. Seid diesem Tag herrscht nun Ruhe, das ist jetzt ungefähr 4 Tage her. Wir sind gespannt wann sich das Phantom von Leywendou wieder blicken lässt und wir dann vielleicht auch mal ernsthaft Kontakt zu ihm aufnehmen.

PS: Mein neustes Ritual vor jeden Spiel: Ich werfe einen Blick hinter die Strohmatte=)!

Dennabo!

Hallo zusammen,

Gestern durften wir das große Ereignis, einen Dennabo, miterleben. Das ist ein Fest an dem ein neugeborenes Kind nach dem 8 Tag offiziell seinen Namen bekommt. Wichtig ist: man muss sich schick anziehen, man muss Geld mitbringen und das wichtigste man muss Zeit und Sitzfleisch haben. Zunächst mussten wir alle Gäste grüßen, darunter viele wichtige Menschen wie auch der Imam von Télimélé (der Chef der Moschee). Dann wurden wir von den Frauen zu dem neugeborenen Kind gebracht. Ein wirklich hübsches, süßes, kleines Kind und von der Hautfarbe noch sehr hell. Dann hieß es warten bis der Name des Kindes bekannt gegeben wurde und zwischen durch immer wieder Grüßen. In der Zwischenzeit wurde der Bock als Opfertier geschlachtet. Das ist eigentlich eine traurige Sache denn die Menschen verschulden sich oft hoch, für solch ein Tier und glauben Allah wird sie dadurch reich beschenken und segnen. Dann kommt der Spannende Moment und der Name des Kindes wird bekannt gegeben: Mamadou Laho. Der Imam spricht den Namen aus und dann gab es zwei Männer die angeheuert wurden um den Namen eine ganze Zeit lang laut zu rufen. Man muss diesen beiden Männern dafür Geld geben auch wenn man den Grund dafür nicht versteht. Dem Neugeborenen wird nun, aus Tradition, der Kopf rasiert und Wasser als Segen ins Gesicht gespritzt. Anschließend gab es das traditionelle Essen an solch einem Fest: Maisbrei mit Saurer Milch. Das war wirklich lecker. Für uns einmal mehr, eine spannende Sache. Die Familie und besonders die Frauen feierten und tanzten noch den ganzen Tag.

Das die neusten News aus Télimélé, liebe Grüße Hannah

Hallo zusammen,
Wir nutzten die Osterfeiertage und machten uns auf den Weg zu drei Schweizer Familien,
3 Stunden nördlich von Télimélé. Am Samstagmorgen ging unsere Reise mit dem Taxi los. Ein Taxi war schnell gefunden, das war kein Problem und nach einer Stunde warten machte sich Aufbruchsstimmung bereit. Das Problem: wie bekommt man 14 Erwachsene, 3 Kinder und eine Ziege in ein Auto für 9 Personen? Wir dachten schon wir müssen Zuhause bleiben, doch für Afrikaner müsst ihr wissen ist ein Auto nie voll. So wurden einfach 5 auf das Dach verfrachtet. Die Fahrt verlief interessant, mit einem Taxi unterwegs zu sein bedeutet auf alles gefasst sein zu müssen. Die erste Überraschung erlebte Chriss, die dreimal eine Pinckelattacke der Zeige (auf dem Dach) erleben musste. Sie hatte noch Glück ihrem Vordermann tropfte es genau über das Gesicht. Nach weiteren Stopps wegen einer Reifenpanne, diversen Einkäufen oder irgendwelchen anderen Dringlichkeiten kamen wir 6 Stunden später endlich an. Am ersten tag konnten wir Gaoual (grösseres Dorf) und die beiden Mädels bei denen wir wohnten kennenlernen. Am Ostersonntag durften wir einen echt schönen Afrikanischen Gottesdienst feiern. Ein Chor mit einigen Jugendlichen hat gesungen, begleitet von Trommeln und andere Interessanten Instrumenten.
Am nächsten Tag fuhren wir in eine Stadt in der, der Unterschied von Arm und Reich kaum zu übertreffen ist. Dort bauen sich die reichen Marabus (Zauberer)- die sich in Frankreich ihr Geld verdienen- einen riesen Palast in ein kleines Dorf, nur um ihren Reichtum zu präsentieren. Daneben sieht man kleine Rundhütten, Dreck und Müll auf den Strassen und einen kleinen überteuerten Markt. Wir durften uns die Arbeit von einem Schweizer Familien Vater anschauen der dort Brunnen baut und dabei gleichzeitig einheimische schult damit sie
die Arbeit später selbst machen können. Am nächsten Morgen schauten wir uns noch die Schule an die, die Missionare dort vor 4 Jahren aufgebaut haben. Wirklich schöne Gebäude und Einheimische die sich mit viel Mühe und Initiative reinhängen. Sie haben es sogar geschafft, dass die Schule pünktlich um 8 und nicht erst um 9 los geht =). Ein kurzer aber wirklich schöner Trip und sehr wertvoll für uns, wir dürfen gestärkt und mit vielen neuen Ideen an unsere Arbeit zurück gehen.

Hallo zusammen,
ein typischer Tag im Moment bei uns ins Télimélé: Der Morgen beginnt ganz ruhig mit einem leckeren Frühstück und einer stärkenden Andacht. Ich nutzte die Ruhe und setzte mich an meinen Computer um für Bettinas Abschied vorzubereiten. Ich saß kaum 5 Minuten da schaute schon das erste grinsende Gesicht zu Tür herein. Diouldho einer unserer Jugendlichen schaute vorbei. Er erzählte ein wenig von der Schule, die an diesem Morgen mal wieder kurz verlief und machte sich nach 10 Minuten auch schon wieder auf den Weg. Nun ging es schlagartig weiter und von Ruhe war nichts mehr zu spüren. Zuerst drei Mädels aus dem Center die zum aufnehmen ihrer Stimme für das Video vorbeikamen. Dann europäischer Besuch- welch Seltenheit eine Missionarin und ihr Chef auf der Durchreise nach Conakry. Wenig später ein weiterer Jugendlicher der seinen Termin für die Aufnahme fürs Rappen vergessen hatte und nun noch unbedingt aufgenommen werden will. Um 11 Uhr hatten sich dann noch vier weitere Jugendliche eingefunden und wir sprangen vom Besuch im Haus zu unseren Jugendlichen draußen- die auf dem großen Trampolin so manch gefährlichen Stand hinlegten- hin und her. Nach einem leckeren Mittagessen mit guten Gesprächen war das Haus um 13 Uhr wieder leer und wir Frauen machten uns an unser tägliche Beschäftigung: das Tischtennis spielen. Nach einer Abkühlung unter der Dusche und einer kurzen Planung unserer nächsten Wochen machten wir uns auf ins Center. Meine Computerschüler hatten heute die besondere Herausforderung des Zeichnens mit Paint: Haby (Hannah) das ist viel zu schwer ich will eine andere Aufgabe. Nachdem ich alle 5 Jungs im Kurs aufmuntern konnte nicht die Geduld zu verlieren wartete schon die nächste Aufgabe auf mich: Memori spielen. Unglaublich wie viel Spaß drei Jungs zwischen 17 und 19 Spaß an diesem Spiel haben. So spielten wir 1 ½ Stunden Memori, es störte sie nicht einmal das jede Runde der gleiche gewann. Es ist so cool wie einfach man ihnen eine Freude machen kann. Die letzte halbe Stunde durften Chrissi und ich dann beweisen das auch weiße (Frauen) Muskeln haben und übten uns mit den Jungs im Armdrücken. 18:05 schlossen wir drei Kurzzeitler die Tür vom Center und machten uns zu Fuß auf den Heimweg. Nach nicht einmal 5 Minuten kamen uns zwei ältere Damen, in weißen Gewändern und offenen Armen entgegen. Sie drückten und küssten uns einige male, redeten auf uns auf Afrikanisch ein und waren so plötzlich wie sie da waren auch wieder weg. Nach einer Meute Jungs (20) die den Europäerinnen alle die Hand schütteln wollten und zwei interessierten Männern für einen Computerkurs kamen wir nach 45 Minuten endlich Zuhause an. Nach einem regen Austausch über den Tag beim Abendessen, spielten wie noch eine Runde Karten und fielen danach müde aber glücklich in unsere Betten.

Guinea!

Hallo Zusammen,
Ich möchte euch wie angekündigt etwas über die Geschichte Guineas berichten. 1958 unterzeichnete der erste Gouverneur Guineas die
Unabhängigkeitserklärung von Frankreich. Zuvor ging es dem Land nicht schlecht weil, durch den Einfluss der Franzosen viel Geld und somit auch Fortschritt ins Land gekommen ist. Doch die Guineer wollten ihren eigenen Kopf durchsetzten. Nach der Unabhängigkeit ging es schlagartig bergab. Die Franzosen zogen sich zurück und damit auch alle positiven Einflüsse wie zum Beispiel auch die einheitliche Sprache (Französisch). Guinea wandte sich dem Kommunismus zu. Der erste guineische Präsident Sekou Touré war ein schlimmer Diktator. Die Menschen litten unter ihm und er liess viele töten. Seit diesem Mann gab es bis heute nur noch zwei weitere Präsidenten. Doch auch diese waren sehr diktatorisch. Sie nützen ihre Macht aus, spielen Herrscher, bekommen das ganze Geld und haben das Militär unter sich. Es wurde kaum in das Land investiert.
Die allermeisten Guineer haben nie gelernt was es heißt ehrlich und aufrichtig zu sein. Sie haben es nie anders erfahren. Vorbilder prägen einen sehr und das ist bis heute hier in Guinea ein großes Problem. Der letzte Präsident Dadis Camara versprach, wie die anderen vor ihm, demokratische Wahlen, Mitspracherecht für das Volk und bessere Lebensverhältnisse. Doch als es darum ging diese Versprechen umzusetzen, merkte er, dass dies bedeuten könnte, seine Position zu verlieren. Deshalb entschied er sich gegen neue Wahlen. Dadurch kam es dieses Jahr im September zu einem Eklat der Opposition, die diese Entscheidung nicht akzeptieren konnten. Viele Unschuldige kamen um und an der Lage hat sich nichts verändert. Wenn man heute auf Guinea schaut kann man sagen, es zählt zu einem der ärmsten Länder, einfach weil keinerlei Entwicklung stattgefunden hat. Es gibt kaum Industrie, Wirtschaft und an ausreichend Arbeitsplätze ist nicht zu denken. Conakry ist eine der untentwickeltsten Hauptstädte in Afrika. Nur Nachtstrom, kleine schlechte Straßen… Es ist traurig zu sehen, denn es ist ein schönes, grünes, fruchtbares Land mit vielen Ressourcen wie zum Beispiel Bauxit. Doch diese Ressourcen werden nicht genutzt oder an die Russen, Amerikaner und Chinesen verkauft. Dieses Geld wie kann es anders sein, geht an den Präsidenten. Wir sind gespannt was sich mit den nächsten Wahlen im Juni ändert.
Es grüßt euch lieb Hannah
PS: Danke für all eure Kommentare, freue mich sehr darüber.

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